Die Gemälde:
Die Inszenierung:
Das Projekt „Mein Russland“ stellte sich auf der Einladungskarte vor als eine „Parabel über die Auflösung des Individuellen in der Weite und Vergangenheit eines unendlichen Landes“. Ort der Installation war das Off-Kino Krokodil in Berlin Prenzlauer Berg, ein sehr schmaler enger Raum. Die Bilder waren an den Seitenwänden platziert. Parallel liefen zwei sowjetische Filme auf Stirn- und Rückwand: „Iwan der Schreckliche“ (1958) von Sergej Eisenstein und „Komsomolsk“ (1938) von Sergej Gerassimow.Die Besucher waren aufgefordert, Taschenlampen mitzubringen, um sich wortwörtlich selbst ein Bild zu machen. So waren sie bereits mit Betreten des Saales Teil der Installation. Entsprechend waren die Gemälde im Raum auch nur durch die Spots der Taschenlampen und das Licht der Projektoren zu sehen. Fetzen von Bildern und Filmen durchdrangen sich im Saal, es war eine große Kakophonie. Gewohnte Erwartungshaltungen bzgl. Kinoerlebnis und Ausstellung waren außer Kraft gesetzt. Dagegen stand die Raumerfahrung im Vordergrund. Der Kinosaal wurde zu einer Art klaustrophobischer Zelle. Natürlich konnte das Publikum diesen jederzeit verlassen, um im Foyer Borschtsch und Wodka zu konsumieren. Zu meiner Überraschung machten nur wenige Besucher vor Ende der Vorstellung von dieser Freiheit Gebrauch.
Marius Heckmann, 2006

Komsomolsk, (Sergej Gerassimow, UdSSR 1938
Eindrücke der Veranstaltung





